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1926 Am 8. April zwischen 24 Uhr und 1 Uhr Nachts
entstand aus ungeklärter Ursache beim Haus in Steindorf 39
ein Brand, welcher sich wegen des herrschenden Windes über
das ganze untere Dorf in Steindorf ausbreitete, wobei 21 Objekte
dem verheerenden Element zum Opfer fielen.
Ausser den gesamten Fahrnissen verbrannten noch 12 Rinder und Pferde,
20 Schweine nebst zahlreichem Geflügel. In weiterer Folge mussten
noch 5 Rinder und 5 Schweine notgeschlachtet werden.
Entsprechend dem Schaden war die Hilfe des ganzen Landes gross.
Aus den umliegenden Gemeinden langten Naturalien, Kleidungsstücke,
Schuhe und sonstige Gegenstände ein. Die Landesregierung stellte
sofort eine Pionierabteilung für die Aufräumungsarbeiten
zur Verfügung und 4 Lastautos für die Zufuhr des Baumaterials,
sodass in verhältnismäßig kurzer Zeit alle Objekte
unter Dach gebracht werden konnten. Eine ausgiebige Hilfe leistete
auch der Selbsthilfeverein durch Lieferung von Holz und Robotleistungen.
Bei dem Brande wurde auch der, seit 1868 bestehende, Brandschaden
Versicherungsverein Seewalchen in Mitleidenschaft gezogen, nachdem
derselbe infolge Auszahlung seines gesamten Reservekapitals in Liquidation
treten musste und sich mit 143 Mitgliedern auflöste. |
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| 1927
brannten das Watzinger-Häusel in Kraims
und das Hausmeisterhäuschen des Dr. Ruttensteiner in Buchberg.
Brandursache war ein schlechter Rauchfang bzw. die Fahrlässigkeit
der Hausmeisterin. Im Mai wurde der Feuerwehr Seewalchen zur Erbauung
eines neuen Zeughauses auf der Stieglerwiese der Baugrund
und eine Beihilfe von S 4.000,- von der Gemeindevertretung bewilligt.
Das alte Spritzenhaus wurde an Georg Stallinger in Seewalchen um
S 1.000,- verkauft und der Feuerwehr zur Stärkung des Baufonds
überlassen. Im Juli fand die Segnung des neu erbauten Feuerwehrdepots
statt. |
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| 1928
wurden für den Bau des Feuerwehrhauses
in Steindorf S 1.200,- bewilligt. |
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| 1929 ging über Oberösterreich ein Westorkan,
der großen Schaden anrichtete. |
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1930
regte Bezirkswart Dr. Schuh den Ankauf eines Feuerwehrautos an,
weil im Bedarfsfall selten die erforderlichen Pferde vorhanden waren.
Es wurde mit der Unterstützung der Hausbesitzer eine kleine
tragbare Motorspritze angekauft.
Am 24. Juni zwischen 16:00 und 18:00 Uhr kam plötzlich der
Abfluss des Attersees zum Stillstand. Das Wasser des Sees trat bis
zu 5 m vom Ufer zurück und das Wasser der Ager floss in den
See zurück.
Ein bei der Agerbrücke fahrendes Trauner wurde
trockengelegt und einer Wäscherin bei der Kammerbrücke
verschwand das Wasser.
Die Hydrographische Landesabteilung beurteilte dieses Phänomen
als stehende Wellen, hervorgerufen durch eine plötzliche
Veränderung des Luftdruckes, die das Gleichgewicht des Seespiegels
beeinflussen. |
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| 1931 verunglückten die beiden Taxiunternehmer
Wehrer und Waldmann. Am Goldberg kam das Auto auf der schlüpfrigen
Strasse ins Rutschen und kippte um. Feuerwehrmänner halfen
bei der Bergung des toten Wehrer. |
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| 1932 trat das Gesetz zur Beitragspflicht der
Gemeinde bei der Ausrüstung der Feuerwehr in Kraft. Ein ehemaliges
Taxi wurde angekauft und zu einem Feuerwehrfahrzeug umfunktioniert. |
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| 1933 verhängte die Deutsche Regierung
über Österreich die Tausend-Mark-Sperre. Deutsche
Staatsbürger mussten vor einer Reise nach Österreich eine
Gebühr von 1.000,- Mark entrichten. |
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1934 Infolge des sozialdemokratischen
Putschversuches am 12. 2. wurde am selben Tag das Standrecht für
Oberösterreich verfügt. In Seewalchen selbst war Ruhe.
In der Papierfabrik Lenzing kam es zu Ausschreitungen. Der republikanische
Schutzbund riss im Bahnhof Lenzing die Bahngleise auf und besetzte
die Fabrik.
Im Juni brannte das Haus Staudach Nr. 3 (Anton
Moser) bis auf die Grundmauern nieder.
Am 25. Juli fand in Wien ein nationalsozialistischer Putschversuch
statt: Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß wurde ermordet. |

Umgebautes Taxi als Feuerwehrauto,
1934
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| 1936
bittet die Bewohnerschaft von Steindorf
die Gemeindevorstehung von Seewalchen, die Aufstellung einer Ortsfeuerwehr
zu bewilligen, was auch geschah. Die Bereitstellung von Geldmitteln
wurde jedoch mit der Begründung einer ausreichenden Leistungsfähigkeit
der FF Seewalchen abgelehnt. In der Zwischenzeit standen der FF
Seewalchen zwei Motorspritzen, zwei Handkraftspritzen und ein Automobil
zum Transport der kleinen Spritze zur Verfügung. Die FF Seewalchen
musste auch die Feuerwache bei Veranstaltungen übernehmen. |
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| 1937
wurde das erste Schaumlöschgerät angeschafft. Andere Gemeindeämter
hatten schon längst für die Kanzlei das Telefon eingeleitet.
Zur Freude des Gemeindesekretärs hatte die Gemeinde Seewalchen
noch kein Telefon. Als der Sekretär einmal wieder zur Post
gerufen wurde, um einen Anruf der Bezirkshauptmannschaft entgegenzunehmen,
wurde er gefragt, warum die Gemeinde Seewalchen noch keinen Telefonanschluss
habe. Der Sekretär begründete dies mit der Aussage: Damit
ich meine Ruhe habe. |
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| 1938
Großbrand in der Papierfabrik Lenzing.
Am 25. Jänner konnte ein Nordlicht von großer Stärke
bewundert werden. Von vielen Bewohnern wurde dieses Naturereignis
als schlechtes Omen gewertet. Am 13. März erfolgte der Anschluss
Österreichs an das Deutsche Reich. Am 10. April erfolgte eine
Volksbefragung über den Zusammenschluss mit dem Deutschen Reich.
In Seewalchen wurden von 1391 Stimmen 1390 mit Ja beantwortet. Nur
eine, vielen noch bekannte Frau, blieb standhaft. |
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1939 brannte das Mairinger Haus in Kemating
zur Gänze ab.
Die Lebensmittelbewirtschaftung für das Deutsche Reich wurde
eingeführt (Lebensmittel und Kleiderkarten). In diesem Jahr
wurde auch die Einhebung von Kirchensteuereinträgen eingeführt.
1941 begann im Juni der Krieg gegen
Russland.
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Feuerwehr-HJ bei der
Übung, 1939
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| 1942 war ein strenger Winter mit hoher Schneelage.
Die Männer der FF Seewalchen wurden der Sondergerichtsbarkeit
der Polizei für Straftaten, die im Dienst oder in Uniform begangen
wurden, unterstellt. |
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1943 wurden einige Brände durch
das rasche Eingreifen der Feuerwehr schon kurz nach der Entstehung
gelöscht. In diesem Jahr wurde von der Firma Rosenbauer in
Linz das erste richtige Löschfahrzeug für Seewalchen angeschafft:
Ein Mercedes Typ L 1500 F. Dieses Auto steht heute noch im Feuerwehrhaus
Seewalchen.
Der erste Luftangriff auf österreichisches Gebiet fand statt
und die Feuerwehr wurde der Bereitschaft OD 6 (Oberdonau
6) unterstellt. Kommandant war der Schlossermeister Franz Sumereder,
der Vater unseres heutigen Kommandanten. |
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| 1944 wurde in Kraims eine Löschgruppe
aufgestellt. Über Auftrag der Behörde wurde das Kupferdach
des Kirchturms zur militärischen Verwendung abgenommen. Am
24. Februar warfen amerikanische Flieger Leuchtraketen und Sprengbomben
über Seewalchen ab. |
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1945 wurde Attnang bombardiert. Die FF Seewalchen
war bei den Lösch- und Aufräumungsarbeiten dabei drei
Tage im Einsatz.
Am 27. April entstand die Republik Österreich wieder als selbständiger
Staat. Kurz vor Kriegsende wurden ungarische SS-Einheiten in Seewalchen
a.A. einquartiert. Am 4. Mai hatte diese Kampftruppe im Raume nördlich
des Ortes Seewalchen a. A. Stellung genommen. Die Agerbrücke
wurde zur Sprengung vorgesehen. Nach Verhandlungen des damaligen
Bürgermeisters Josef Häupl mit dem Kommandanten der SS-Einheiten
wurden die Stellungen vor den anrückenden amerikanischen Truppen
aufgegeben. Die ungarische SS ist unter Mitnahme von Pferdefuhrwerken,
die Seewalchner Bauern bereitstellen mussten, in Richtung Grünau
im Almtal abgezogen. Am 5. Mai um 18:00 Uhr fuhren von Gampern kommend
amerikanische Panzer in Richtung Seewalchen a. A. In der Ortschaft
Steindorf wurde ein polnischer Landarbeiter erschossen. Von den
einmarschierenden Truppen wurden einige Schüsse in den Ort
abgefeuert. Im Hause Eder, Seyrlstraße 4 entstand durch eine
Brandgranate ein Brand. Der Feuerwehrkommandant Franz Sumerder wurde
auf dem Weg zum Brandplatz von amerikanischen Soldaten angeschossen
und am Arm verletzt.
Durch die Kriegswirren gingen die Aufzeichnungen der letzten Jahr
verloren. Einmal musste auf Anordnung der amerikanischen Besatzungsmacht
eine Übung durchgeführt werden. Der Ortskommandant der
Besatzungsmacht war vom Ergebnis der Übung begeistert. Der
Löschgruppe Steindorf wurde das alte Feuerwehrauto (umgebautes
Taxi) mit Ausrüstungs- und Schlauchmaterial zur Verfügung
gestellt.
Dachstuhlbrand im Hause Ploner. |
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| 1946
Brand im Flüchtlingslager in Seewalchen
und im Anwesen Moos 4 (Fischer). Dieser äscherte die Hausdachung
und die Wirtschaftsräume samt Fechsung ein. In diesem Jahr
wurde auch die erste Feuerbeschau unter Mitwirkung des Feuerwehrkommandanten
durchgeführt. Es wurden sehr viele Mängel bei den Kaminen
und den elektrischen Anlagen festgestellt. Die Behebung dieser Mängel
bereitete jedoch Schwierigkeiten, weil das erforderliche Baumaterial
nicht vorhanden war. |
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| 1947
gab es eine unerhörte Trockenheit,
die viele Brunnen austrocknete. Der erste Heimkehrertransport aus
Russland traf ein. Dachstuhlbrand in Unterbuchberg im Hause Gamerith. |
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| 1948
wurde in Seewalchen der Heldenfriedhof
errichtet. Die Gedenksteine wurden von den Angehörigen der
Theatergesellschaft, der Feuerwehr und vom Pfarramt gestiftet. |
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1949 wurde die Feuerwehrzeugstätte ausgebaut.
Die Arbeitsleistung erbrachten die Feuerwehrmänner, verschiedene
Bauern leisteten Holzspenden. Am 15. Oktober wurde die Sirene am
Dach der Zeugstätte installiert.
Dachstuhlbrand im Hause Seewalchen 61 (Stallinger). Die Feuerwehr
Seewalchen wurde in das OÖ-Feuerwehrbuch eingetragen. Die Brot-
und Mehlrationierung wurde aufgehoben. |
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1950 Dachstuhlbrand im Haus Seewalchen Nr
144 (Kirchgatterer) und im Hause Waldweg Nr. 1 (Villa Fürchterlich),
Brand in der Schuhfabrik Kastinger.
In diesem Jahr fand der erste Landesfeuerwehrbewerb in Mattighofen
statt. Der Landessieger hieß: Freiwillige Feuerwehr Seewalchen. |

Übung mit der Vorbaupumpe,
1950
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